Archiv für den Monat: Januar 2024

Nichts als Papier? Made of Paper im Museum Ritter

Papier sei geduldig, heißt es, weil sich auf Papier mühelos so ziemlich alles leicht schreiben lässt. Es ist daher möglichst neutral in der Oberfläche – aber auch ein wenig langweilig, weil gleichförmig. Dass es ursprünglich mühsam geschöpft wurde, dass es rund dreitausend verschiedene Sorten gibt und von Künstlern heute immer häufiger als Grundmaterial für ihre Arbeit bevorzugt wird, gerät dabei in den Hintergrund. Eine Ausstellung im Museum Ritter in Waldenbuch gibt Anlass, das Material neu zu bewerten. Hier ist – fast – alles aus Papier.

Hans Peter Reuter, Grosses Blau 12/2/2, 2012. Foto: U. Schäfer-Zerbst

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Freies Gedankenspiel und konkrete Inhaltsvorgabe: Melanie Siegel und Reena Kallat im Kunstverein Reutlingen

Kunst lässt sich ganz allgemein als Bild einer Welt neben der uns vertrauten definieren. Sie kann realistisch sein und kaum Unterschiede zu unserem Alltag aufweisen, oder abstrakt, sie kann durch konkrete Hinweise etwa in Titeln Deutungssichtungen nahelegen oder der subjektiven Interpretation alle Wege offen lassen. Die neue Ausstellung im Kunstverein Reutlingen vereint beide Positionen geradezu im Extrem.

Melanie Siegel, Dachlandschaften, 2020 © VG Bild-Kunst Bonn 2023. Foto: U. Schäfer-Zerbst

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Vom Wesen der Dinge: Wilhelm Laages Blick auf Pflanzen und Landschaften im Kunstmuseum Reutlingen

Es dauerte lange, bis Wilhelm Laage endlich zu seiner Kunst fand. Der Vater betreute einen Friedhof, die Mutter arbeitete in einer Bleicherei, wo der Sohn gleichfalls in jungen Jahren tätig war; so kam Laage erst mit zweiundzwanzig auf die Gewerbeschule und durch die Förderung des Kunsthistorikers Alfred Lichtwark mit fünfundzwanzig an die Kunstakademie, wo er Meisterschüler bei dem Maler Leopold von Kalckreuth wurde. Dass er, Jahrgang 1868, alsbald beim Holzschnitt als bevorzugtem Medium landete, war für die Zeit ungewöhnlich, wurde der Holzschnitt doch erst Ende des 19. Jahrhunderts allmählich als Kunstform entdeckt. Laage wurde ein Meister darin, wie jetzt eine Ausstellung im Kunstmuseum Reutlingen wieder einmal zeigt.

Der Schädel (Neues Leben; Tulpen und Schädel), 1901. Foto: U. Schäfer-Zerbst

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