Archiv für den Monat: August 2021

Kunstnatur – Naturkunst: Der Objektkünstler Flavio Paolucci

Künstlich und natürlich sind diametrale Gegensätze, Kunst und Natur dagegen müssen es nicht sein. Tausende von Jahren diente Stein den Bildhauern als Material, in unserer Zeit haben weitere Naturmaterialien in die Kunst Eingang gefunden; Künstler wie Herman de Vries oder Wolfgang Laib gar arbeiten ausschließlich mit solchen Stoffen, der eine mit Pflanzen und Erde, der andere mit Blütenstaub. Auch der Schweizer Flavio Paolucci sucht sich seine Ausgangsstoffe in der Natur, fand aber zu einer ganz eigenen Art der Synthese von Kunst und Natur und auch von künstlich und natürlich, wie eine Ausstellung im Museum Art.Plus in Donaueschingen zeigt.

Oggetto, 1990 © Museum Art.Plus, Donaueschingen

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Ein Lichtbild der Welt? Eine Fotoinstallation von Damaris Wurster in der Städtischen Galerie Sindelfingen

Eine Fotografie ist eine bildgebende Methode, bei der mittels Licht ein Bild der Welt festgehalten wird, das mittels eines Objektivs auf einen lichtempfindlichen Film projiziert wurde – so die landläufige Vorstellung. Künstler wie Man Ray oder László Moholy-Nagy haben den Film auch direkt mit Licht in Kontakt gebracht und so vielleicht das griechischstämmige Wort Fotografie noch deutlicher umgesetzt: Lichtzeichnung. Die Fotografin Damaris Wurster steht in dieser Tradition, hat aber neue Wege beschritten, wie eine Installation in der Städtischen Galerie Sindelfingen belegt.

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Zwischen Wand und Raum: Bernar Venets Reliefs in der Städtischen Galerie Tuttlingen

Es ist als Kunstform zwischen der Malerei und der Bildhauerei angesiedelt, das Relief. Wie ein Gemälde hat es eine Grundfläche, ragt aber von dieser in den Raum nach vorn – mal mehr als Hochrelief, mal weniger als Flachrelief. Da es wie ein Gemälde in der Regel an der Wand hängt, fehlt dem Relief ein wesentliches Charakteristikum der Plastik: Man kann es nicht umrunden, es kann seine Plastizität nicht voll im Raum entfalten. Wann ein Relief noch Bild und wann schon Skulptur ist, solchen Fragen kann man derzeit in der Städtischen Galerie Tuttlingen nachgehen. Sie zeigt Werke von Bernar Venet unter dem Titel: Reliefs.

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Das Ding an sich: Die Fotokunst von Ricarda Roggan

Gehet hin und lernet, mit so einfachen Mitteln so Großes hervorzubringen“ meinte Beethoven einmal über Georg Friedrich Händel. Dass dieser Grundsatz auch in der bildenden Kunst gelten kann, hat ein Giorgio Morandi bewiesen, der sein Leben lang nahezu nichts anderes als Flaschen und Kannen gemalt hat, oder ein Peter Dreher, der jeden Tag ein Glas Wasser malt und damit ein unendliches Spektrum an Lichtatmosphären schuf. Die Städtische Galerie in Backnang zeigt jetzt, dass offenbar auch die Fotografin Ricarda Rogann diesem Prinzip folgt.

Sessel (Josef Hegenbarth), 2019 © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

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