Archiv für den Monat: Juli 2021

Weiblich konkret: Konkrete Künstlerinnen im Kunstmuseum Stuttgart

Es war eine radikale Absage an Inhalte in der Malerei. Persönlicher Ausdruck war verpönt. Es galten nur konkrete Dinge wie Farbe, Linie, Fläche. So definierte Theo van Doesburg 1930 die von ihm mit Freunden konzipierte neue Kunst: Die Konkrete Kunst war geboren, eine Kunstrichtung, die völlig auf gegenständliche Beschreibung, Emotion oder subjektiven Ausdruck verzichten sollte zugunsten einer reinen Form. Nichts sei konkreter als eine Linie, eine Farbe und eine Oberfläche, so formulierte es Theo van Doesburg 1930 in seinem Manifest der Konkreten Kunst, weshalb bei den Künstlern dieser Richtung vor allem der rechte Winkel dominiert, zumindest bei den männlichen. Das Kunstmuseum Stuttgart zeigt jetzt die weibliche Seite der Konkreten Kunst.

Sophie Taeuber-Arp, Staffelung, 1934. Foto: U. Schäfer-Zerbst

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East meets West: Der Maler Xianwei Zhu

Über zweihundert Jahre lang hatte sich Japan von der Außenwelt abgeschottet, 1853 schließlich erzwangen die Amerikaner die Öffnung und veränderten indirekt die Kunst in good old Europe. Denn in großer Zahl gelangten japanische Holzschnitte nach England und Frankreich, erst als Verpackungsmaterial für Tee, alsbald aber auch als eigenwertiger Handelsartikel: Sie wurden der letzte Schrei. Ein regelrechter Kunsthandel entwickelte sich – und hinterließ seine Spuren in der europäischen Kunst, insbesondere der französischen: vor allem lösten sich die Konturen und Formen zunehmend in Licht- und Farbeindrücke auf. Aber natürlich gab es auch Kunsteinflüsse von West nach Ost, wie jetzt eine Ausstellung in der Galerie Schlichtenmaier in Stuttgart mit Werken von Xianwei Zhu zeigt.

Die Stille, 2021 © Xianwei Zhu /VG Bild-Kunst, Bonn 2021

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Vom Anhalten der Zeit: Künstlerische Auszeiten im Kunstmuseum Ravensburg

*Sie scheint eindeutig und exakt: die Uhrzeit. Nach ihr bestimmt sich der Arbeitsalltag (früher mit der Stechuhr), nach ihr richten sich Verkehrsströme (Fahrpläne). Sie ist jedoch alles andere als ein Naturgesetz. Die Einteilung des Tages in 24 Stunden à sechzig Minuten galt nicht immer. In der Französischen Revolution versuchte man, einen Zehnstundentag à hundert Minuten einzuführen. Vor allem ist die Uhrzeit ein Korsett, das unser aller Tun regelt, Kein Wunder, dass die Zeit, in der dies nicht gilt, zur schönsten des Jahres zählt – der Urlaub, die Auszeit von der Zeit. Ihr ist jetzt eine Ausstellung im Kunstmuseum Ravensburg gewidmet.

Max Pechstein, Früher Morgen, 1911 © Max Pechstein, Pechstein Hamburg / Tökendorf, 2021

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Kunst erleuchtet: Mit der Sammlung des Kunstmuseums Reutlingen „ins Licht“

Der Sammlungsschwerpunkt des Kunstmuseums Reutlingen ist die Druckgraphik, vor allem der Holzschnitt, schließlich hat die Stadt von dem bedeutenden Holzschneider HAP Grieshaber einen repräsentativen Querschnitt durch sein Schaffen erworben. Aber es findet sich auch Malerei in der Sammlung. Ina Dinter, die neue Leiterin des Museums, hat jetzt eine Auswahl aus dem Archiv in einer Ausstellung versammelt, sie gewissermaßen „ins Licht“ geholt, so der Titel, der aber nicht nur die museumsarchivalische Aktion beschreiben soll, sondern auch thematische Leitlinie für die Auswahl war.

Wilhelm Laage, Septemberabend (1924) Foto: Kunstmuseum Reutlingen

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Das Licht und wir: Heinz Mack im Museum Ritter

Als Heinz Mack und Otto Piene sich 1958 in Düsseldorf zur Künstlergruppe ZERO zusammentaten, ging es ihnen um einen Neuanfang in der Kunst, bei dem der Ballast der vorangegangenen Jahrzehnte abgeworfen werden sollte. Das war natürlich mit Blick auf die Nazizeit durchaus politisch gemeint, mit Blick auf Strömungen wie den Expressionismus aber auch rein ästhetisch. So entschieden sie sich für die Nichtfarbe Weiß, mit der Günther Uecker, der alsbald dazustieß, seine Nagelköpfe bemalte, und für das Licht, das Otto Piene mit kinetischen Installationen zu wahren Balletten in Szene setzte. Auch für Heinz Mack war Licht das zentrale Ausdrucksmittel, allerdings setzte er es in einem sehr viel größeren Spektrum ein, wie jetzt eine Retrospektive auf sechzig Jahre seines Schaffens, Mack ist inzwischen neunzig Jahre alt, im Museum Ritter in Waldenbuch deutlich macht: „Werke im Licht (1956-2017)“.

Heinz Mack, Der Künstler im Grand Erg Occidental, 1976 © VG Bild-Kunst, Bonn 2021; Foto: Thomas Höpker / Archiv Heinz Mack

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Zwischen nostalgischer Märchenwelt und aktueller Realität: Sebastian Schwabs Kinderoper Holle!

1997 gründete der damalige Stuttgarter Opernintendant Klaus Zehelein die Junge Oper Stuttgart, die Opernproduktionen für Kinder und Jugendliche und mit ihnen erarbeiten und aufführen sollte, um so das Publikum von morgen zu bilden. Zugleich wurden pädagogische Konzepte für die großen Opernproduktionen am Haus erarbeitet und mit Musiklehrern als Vorbereitung für den Opernbesuch von Schulklassen im Großen Haus entwickelt. Seit Amtsantritt des jetzigen Intendanten Viktor Schoner hat sie ein eigenes Domizil im so genannten Nord, dem Probenzentrum der Staatsoper, erhalten mit eigenen Räumen und einer Bühne – die Junge Oper im Nord, JOiN. Dort hatte jetzt ein Auftragswerk von Sebastian Schwab Uraufführung: Holle!, coronabedingt zunächst nur im Internet.

Maria Theresa Ullrich © Matthias Baus

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