Archiv für den Monat: Juni 2018

Licht schafft Kunst: Hermann Waibel im Kunstmuseum Ravensburg

Vielleicht lag es an der Erfindung der Fotografie, die im 19. Jahrhundert die Möglichkeiten der Realitätswiedergabe revolutionierte, indem sie das Bild der Welt mittels des Lichts auf Papier bannte, dass sich im 20. Jahrhundert Künstler zunehmend mit dem Licht befassten. László Moholy-Nagy arbeitete mit lichtempfindlichen Beschichtungen, Otto Piene kreierte Lichtballette, Dan Flavin schuf Installationen mit Leuchtstoffröhren und James Turrell entmaterialisiert Raumwände mit Licht und lässt den Betrachter in Farbwolken eintauchen. Allen gemeinsam: Ihren Arbeiten liegt eine künstliche Lichtquelle zugrunde. Nicht so bei Hermann Waibel. Seit sechzig Jahren kreist seine Kunst um das Licht, aber er begnügt sich mit dem vorhandenen Licht im Freien oder im Innenraum. Dabei ging er geradezu wissenschaftlich vor und schuf zugleich hochgradig ästhetische Werke, wie eine Ausstellung im Ravensburger Kunstmuseum zeigt.

Lichtstruktur-Zeichnung, 1975 © Hermann Waibel

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Moderne Kunst mit Stillleben und Landschaften: Giorgio Morandi in der Städtischen Galerie Villingen-Schwenningen

Was er male, existiere, sagte Paul Cézanne einmal, er male nichts, das es nicht gebe. Dieser Satz könnte auch von Giorgio Morandi stammen. Sein großes Thema waren neben der Landschaft Vasen und Kannen. Und doch streben seine Bilder einer Abstraktion entgegen, wie man es bei dieser Gegenstandsverhaftung kaum vermuten würde. Eine Ausstellung in der Städtischen Galerie Villingen-Schwenningen macht das deutlich. Sie stellt zwei seiner wesentlichen malerischen Themen in den Vordergrund: Licht und Farbe.

 

Natura morta, 1963 © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 Foto: Christopher Clem Franken

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