Zwischen Realität und Symbol. Der Malergraphiker Walter Eberhard Loch in der Kunststiftung Hohenkarpfen

Es ging ihnen um den Ausdruck innerer Befindlichkeit, den Künstlern des Expressionismus. Da war nicht äußerer Realismus von Bedeutung, weshalb sich diese Künstler nicht selten unrealistischer Farbgebung bedienten und eines sehr subjektiven Pinselstrichs. Einen ganz anderen Expressionismus zeigt die Kunststiftung Hohenkarpfen bei Spaichingen mit dem, wie er sich selbst bezeichnete, akademischen Malergraphiker Walter Eberhard Loch.

Blühende Bäume

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Eins mit der Natur. Tierbilder von Ernst Ludwig Kirchner

Als Karin Kneffel in den 90er Jahren mit Tierporträts an die Öffentlichkeit trat, Köpfen von Schweinen, Kühen und Hunden, da erregte sie Aufmerksamkeit, denn das Tier, zumal das Nutztier des Bauern, war aus der europäischen Malerei längst verschwunden. Es passte nicht zum Weltbild und Weltgefühl der Moderne. Das war auch schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts so. Als sich Ernst Ludwig Kirchner 1917 aus Gesundheitsgründen in die Schweizer Alpen zurückzog und auf seinen Bildern eben solche Tiere festhielt, beschritt er ähnliches Neuland, wie jetzt eine Ausstellung in Bietigheim und Biberach belegt.

Absteigende Kühe, 1920 © Georg Kolbe Museum, Berlin. Foto: Markus Hilbich

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Kunstnatur – Naturkunst: Der Objektkünstler Flavio Paolucci

Künstlich und natürlich sind diametrale Gegensätze, Kunst und Natur dagegen müssen es nicht sein. Tausende von Jahren diente Stein den Bildhauern als Material, in unserer Zeit haben weitere Naturmaterialien in die Kunst Eingang gefunden; Künstler wie Herman de Vries oder Wolfgang Laib gar arbeiten ausschließlich mit solchen Stoffen, der eine mit Pflanzen und Erde, der andere mit Blütenstaub. Auch der Schweizer Flavio Paolucci sucht sich seine Ausgangsstoffe in der Natur, fand aber zu einer ganz eigenen Art der Synthese von Kunst und Natur und auch von künstlich und natürlich, wie eine Ausstellung im Museum Art.Plus in Donaueschingen zeigt.

Oggetto, 1990 © Museum Art.Plus, Donaueschingen

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Ein Lichtbild der Welt? Eine Fotoinstallation von Damaris Wurster in der Städtischen Galerie Sindelfingen

Eine Fotografie ist eine bildgebende Methode, bei der mittels Licht ein Bild der Welt festgehalten wird, das mittels eines Objektivs auf einen lichtempfindlichen Film projiziert wurde – so die landläufige Vorstellung. Künstler wie Man Ray oder László Moholy-Nagy haben den Film auch direkt mit Licht in Kontakt gebracht und so vielleicht das griechischstämmige Wort Fotografie noch deutlicher umgesetzt: Lichtzeichnung. Die Fotografin Damaris Wurster steht in dieser Tradition, hat aber neue Wege beschritten, wie eine Installation in der Städtischen Galerie Sindelfingen belegt.

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Zwischen Wand und Raum: Bernar Venets Reliefs in der Städtischen Galerie Tuttlingen

Es ist als Kunstform zwischen der Malerei und der Bildhauerei angesiedelt, das Relief. Wie ein Gemälde hat es eine Grundfläche, ragt aber von dieser in den Raum nach vorn – mal mehr als Hochrelief, mal weniger als Flachrelief. Da es wie ein Gemälde in der Regel an der Wand hängt, fehlt dem Relief ein wesentliches Charakteristikum der Plastik: Man kann es nicht umrunden, es kann seine Plastizität nicht voll im Raum entfalten. Wann ein Relief noch Bild und wann schon Skulptur ist, solchen Fragen kann man derzeit in der Städtischen Galerie Tuttlingen nachgehen. Sie zeigt Werke von Bernar Venet unter dem Titel: Reliefs.

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Das Ding an sich: Die Fotokunst von Ricarda Roggan

Gehet hin und lernet, mit so einfachen Mitteln so Großes hervorzubringen“ meinte Beethoven einmal über Georg Friedrich Händel. Dass dieser Grundsatz auch in der bildenden Kunst gelten kann, hat ein Giorgio Morandi bewiesen, der sein Leben lang nahezu nichts anderes als Flaschen und Kannen gemalt hat, oder ein Peter Dreher, der jeden Tag ein Glas Wasser malt und damit ein unendliches Spektrum an Lichtatmosphären schuf. Die Städtische Galerie in Backnang zeigt jetzt, dass offenbar auch die Fotografin Ricarda Rogann diesem Prinzip folgt.

Sessel (Josef Hegenbarth), 2019 © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

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Mein Körper und ich. Antony Gormley im Schauwerk in Sindelfingen

Jeder Mensch hat ihn, bedient sich seiner, ist einer – ein Körper. Er ist dem Menschen Heimstatt, Hülle, Werkzeug, ja Identität, und doch macht man sich in den seltensten Fällen Gedanken über ihn, weil er, wenn gesund, kaum auffällt, jedenfalls nicht einem selbst. Ein Fehler, meint einer der bedeutendsten britischen Bildhauer. Antony Gormley hat sich seit Jahrzehnten mit seinem Körper auseinandergesetzt, von dem er Abdrücke anfertigen ließ, die ihm als Ausgangspunkt für seine Plastiken dienen. Im Schauwerk in Sindelfingen ist sein Körpergefühl nachzuvollziehen: Learning to be.

CLOSE I, 1992 Foto: Stephen White, London © Antony Gormley

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Weiblich konkret: Konkrete Künstlerinnen im Kunstmuseum Stuttgart

Es war eine radikale Absage an Inhalte in der Malerei. Persönlicher Ausdruck war verpönt. Es galten nur konkrete Dinge wie Farbe, Linie, Fläche. So definierte Theo van Doesburg 1930 die von ihm mit Freunden konzipierte neue Kunst: Die Konkrete Kunst war geboren, eine Kunstrichtung, die völlig auf gegenständliche Beschreibung, Emotion oder subjektiven Ausdruck verzichten sollte zugunsten einer reinen Form. Nichts sei konkreter als eine Linie, eine Farbe und eine Oberfläche, so formulierte es Theo van Doesburg 1930 in seinem Manifest der Konkreten Kunst, weshalb bei den Künstlern dieser Richtung vor allem der rechte Winkel dominiert, zumindest bei den männlichen. Das Kunstmuseum Stuttgart zeigt jetzt die weibliche Seite der Konkreten Kunst.

Sophie Taeuber-Arp, Staffelung, 1934. Foto: U. Schäfer-Zerbst

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East meets West: Der Maler Xianwei Zhu

Über zweihundert Jahre lang hatte sich Japan von der Außenwelt abgeschottet, 1853 schließlich erzwangen die Amerikaner die Öffnung und veränderten indirekt die Kunst in good old Europe. Denn in großer Zahl gelangten japanische Holzschnitte nach England und Frankreich, erst als Verpackungsmaterial für Tee, alsbald aber auch als eigenwertiger Handelsartikel: Sie wurden der letzte Schrei. Ein regelrechter Kunsthandel entwickelte sich – und hinterließ seine Spuren in der europäischen Kunst, insbesondere der französischen: vor allem lösten sich die Konturen und Formen zunehmend in Licht- und Farbeindrücke auf. Aber natürlich gab es auch Kunsteinflüsse von West nach Ost, wie jetzt eine Ausstellung in der Galerie Schlichtenmaier in Stuttgart mit Werken von Xianwei Zhu zeigt.

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Vom Anhalten der Zeit: Künstlerische Auszeiten im Kunstmuseum Ravensburg

*Sie scheint eindeutig und exakt: die Uhrzeit. Nach ihr bestimmt sich der Arbeitsalltag (früher mit der Stechuhr), nach ihr richten sich Verkehrsströme (Fahrpläne). Sie ist jedoch alles andere als ein Naturgesetz. Die Einteilung des Tages in 24 Stunden à sechzig Minuten galt nicht immer. In der Französischen Revolution versuchte man, einen Zehnstundentag à hundert Minuten einzuführen. Vor allem ist die Uhrzeit ein Korsett, das unser aller Tun regelt, Kein Wunder, dass die Zeit, in der dies nicht gilt, zur schönsten des Jahres zählt – der Urlaub, die Auszeit von der Zeit. Ihr ist jetzt eine Ausstellung im Kunstmuseum Ravensburg gewidmet.

 

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