Realistisch in unwirkliche Welten: Die Malerei des Eckart Hahn

Trompe-l’oeil heißt auf deutsch Augentäuschung. In der Malerei dient sie dazu, durch eine extrem realistische Darstellung dem Auge die wahre Realität vorzugaukeln. In der Antike soll der Maler Zeuxis dadurch Vögel dazu verführt haben, an den von ihm gemalten Trauben zu picken, als seien es echte Früchte. Ein Meister dieser Malerei ist der Reutlinger Eckart Hahn, der allerdings damit nicht Realität vortäuschen, sondern ganz neue Realitäten schaffen will, wie eine Ausstellung mit neuen Werken in der Stuttgarter Galerie Schlichtenmaier zeigt.

  Red Rope, 2021 © Eckart Hahn

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Vielschichtige Natursemantik. Der Bildhauer Gianni Caravaggio im Kunstmuseum Reutlingen/konkret

Für Natur und Landschaft waren das 17. und 18. Jahrhundert eine Blütezeit, im 19. löste sich die Landschaftsdarstellung bereits in Sinneseindrücke auf, und im 20. ließen Abstraktion und Verfremdung wenig Raum für diese Motivik. Natur tauchte da eher materiell auf wie bei den Pollenarbeiten von Wolfgang Laib oder symbolisch wie das Thema Energie bei Joseph Beuys. Für den Bildhauer Gianni Caravaggio ist das Naturerleben zwar ein zentraler Teil seines Lebens, doch versucht er gar nicht erst, Landschaft und Natur abbildend darzustellen, vielmehr will er im Betrachter Assoziationen an eigene Naturerlebnisse wachrufen.

Als Natur jung war, 2021 © Gianni Caravaggio

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Künstlerische Metamorphosen quer durch alle Genres. Die Kunst des Jordan Madlon

Der Titel einer Kunstausstellung sollte im idealen Fall das Wesen der ausgestellten Kunst erfassen und zugleich dem erwünschten Publikum einen Anreiz zum Besuch der Ausstellung liefern. Wenn das Kunstmuseum Reutlingen nun die Ausstellung von Jordan Madlon, dem diesjährigen Gewinner des Holzschnitt-Förderpreises, mit dem Wort Diagrammatisch überschreibt, dann wäre das für den künftigen Besucher von Nutzen, wenn damit das deutsche Diagramm gemeint wäre. Doch bezieht sich der Titel auf die diagrammatische Philosophie eines Gilles Deleuze, und die dürfte kaum ein Besucher kennen, insofern dürfte es für ihn auch wenig hilfreich sein, wenn er in den „erläuternden“ Wandtexten wieder damit konfrontiert wird.

Jordan Madlon, Shhhtturz – Konstellation, 2021

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Mit Bäumen und ohne – Landschaftsbilder der Schwäbischen Alb gestern und heute

Seit 1980 war die Dauerausstellung über das Landschaftsbild der Schwäbischen Alb ein Markenzeichen des Kunstmuseums Albstadt, damals noch „Galerie Albstadt“. Allerdings war sie auch in der Präsentation allmählich in die Jahre gekommen und unter der Leiterin Veronika Mertens durch einzelne Schwerpunktausstellungen zum Thema abgelöst worden. Jetzt, zu ihrem Abschied vom Museum, hat sie eine ganz besondere Auswahl von Arbeiten seit 1893 zusammengestellt, bei denen natürlich auch die alten Klassiker nicht fehlen: Albspaziergang.

Christian Landenberger, Donautal bei Gutenstein, 1893

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Hochmut vor dem Fall? Der Turm in der Kunst von heute

Das höchste Gebäude der Welt steht in Dubai und überragt den zweithöchsten Turm der Erde um immerhin fast zweihundert Meter. Ob er der höchste bleiben wird, ist zu bezweifeln, denn die Geschichte des Turms ist seit Jahrtausenden mit dem Immer-höher verbunden. Der Turm ist der Inbegriff des Strebens nach oben, damit Symbol des Faustischen im Menschen, des Strebens nach Überblick, aber zugleich auch Symbol der Selbstüberhöhung, vielleicht auch Selbstüberschätzung, der Überheblichkeit, die nicht selten in den verschiedenen Erzählungen vieler Kulturen und Literaturen mit einem Scheitern einhergeht. Die pro arte Stiftung Biberach zeigt nun, wie der Turm Künstler unserer Tage inspiriert hat: Getürmt.

Klaus Hack, Babel – Turm, 2018/19 © VG Bild Kunst, Bonn, 2021Foto: Florian Selig

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Wirklich unwirklich. René Wirths im Museum im Kleihues-Bau in Kornwestheim

Dem Maler Zeuxis sagte man im antiken Athen nach, er habe Trauben so porträtieren können, dass Vögel nach ihnen gepickt hätten. Das war das Ideal der Malerei, als es noch ihr alleiniges Vermögen war, Realität wiederzugeben. Das hat sich mit der Erfindung der Fotografie geändert. Wenn heute ein Maler dennoch die Realität derart perfekt mit Pinsel und Farbe nachahmt wie einst Zeuxis, hat er andere Ziele, wie etwa der Berliner René Wirths, von dem das Museum im Kleihues-Bau in Kornwestheim jetzt Beispiele seines Könnens zeigt.

Zwiebel, 2017 © VG Bild-Kunst, Bonn 2021 Foto: H. Simschek

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Reine Malerei: Helmut Sturm im Kunstmuseum Ravensburg

In der Malerei des 20. Jahrhunderts gab es fast nichts, das es nicht gab: Abstrakte Komposition, geometrische Strenge, aber auch neusachlichen Realismus, glatte Flächigkeit und expressiv aufgespachtelte Farbexplosion. Wer Ende der 50er Jahre als angehender Künstler seine Sprache finden wollte, hatte es schwer. Helmut Sturm entwickelte über Jahrzehnte hinweg eine Malerei, die alle Gegensätzlichkeiten einband und alle Grenzen überwand, wie das Kunstmuseum Ravensburg jetzt in einer großen Retrospektive zeigt.

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Zwischen Motiv und reiner Malerei – Landschaftsbilder in der Galerie Schlichtenmaier

Wer den Begriff Landschaft hört, hat in der Regel konkrete Vorstellungen. Landschaft ist nicht einfach nur ein Stück Natur, Landschaft hat eigenen Charakter, sei es eine Berglandschaft, Seenlandschaft oder gar eine Stadtlandschaft. Sie hat ein Wesen, ist gewissermaßen ein Bild der Natur, weshalb letztlich die Malerei prädestiniert für dieses Thema ist. Dass es sich auch im Jahrhundert der abstrakten Malerei eignet, zeigt die Galerie Schlichtenmaier nun anhand von ausgewählten Landschaftsbildern aus einhundertfünfzig Jahren.

Wilhelm Geyer, Blühender Garten, 1940

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Zwischen Realität und Symbol. Der Malergraphiker Walter Eberhard Loch in der Kunststiftung Hohenkarpfen

Es ging ihnen um den Ausdruck innerer Befindlichkeit, den Künstlern des Expressionismus. Da war nicht äußerer Realismus von Bedeutung, weshalb sich diese Künstler nicht selten unrealistischer Farbgebung bedienten und eines sehr subjektiven Pinselstrichs. Einen ganz anderen Expressionismus zeigt die Kunststiftung Hohenkarpfen bei Spaichingen mit dem, wie er sich selbst bezeichnete, akademischen Malergraphiker Walter Eberhard Loch.

Blühende Bäume

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Eins mit der Natur. Tierbilder von Ernst Ludwig Kirchner

Als Karin Kneffel in den 90er Jahren mit Tierporträts an die Öffentlichkeit trat, Köpfen von Schweinen, Kühen und Hunden, da erregte sie Aufmerksamkeit, denn das Tier, zumal das Nutztier des Bauern, war aus der europäischen Malerei längst verschwunden. Es passte nicht zum Weltbild und Weltgefühl der Moderne. Das war auch schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts so. Als sich Ernst Ludwig Kirchner 1917 aus Gesundheitsgründen in die Schweizer Alpen zurückzog und auf seinen Bildern eben solche Tiere festhielt, beschritt er ähnliches Neuland, wie jetzt eine Ausstellung in Bietigheim und Biberach belegt.

Absteigende Kühe, 1920 © Georg Kolbe Museum, Berlin. Foto: Markus Hilbich

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