Archiv für den Monat: August 2019

Konkretes Büro: lgnacio Uriarte im Kunstmuseum Reutlingen / Konkret

Linie, Farbe und Fläche, so meinte Theo van Doesburg 1930, sei das Konkreteste, das man sich optisch vorstellen könne, und es reiche auch aus: Die Konkrete Kunst war begründet, eine Kunst, deren Ausdrucksmittel dem Betrachter zwar bekannt sind, aber alles andere als vom Alltag her vertraut, denn diese Kunst verzichtet auf jegliche Abbildung einer gegenständlichen Welt, ihre Mittel sind reiner Zweck, der einer meist mathematisch begründeten Kunst dient. Entsprechend systematisch geht auch der Spanier lgnacio Uriarte vor, doch seine Ausdrucksmittel sind nicht geometrisch abstrakt, sondern entstammen dem vertrauten Lebensalltag, genauer, dem Alltag im Büro.

Still aus Papierballfall (2008) Foto: © S. Vogel

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Skulpturale Metamorphosen: Robert Schads Skulpturenregion auf Zeit

Skulpturen im öffentlichen Raum sind in der Regel Solitäre, kommen vereinzelt vor – zu schwer die Arbeiten, zu aufwändig die Logistik. Zwar gibt es Ansammlungen von Skulpturen, meist in Form von Wegen wie etwa in Kirchheim/Teck oder in den Weinbergen von Strümpfelbach, doch viel mehr als ein Dutzend Arbeiten sind auch da selten versammelt. Im Sommer 2019 aber gibt es gar eine ganze Skupturenlandschaft: Bis November finden sich in Oberschwaben Arbeiten von Robert Schad – sechzig Arbeiten an vierzig Orten von Ulm im Norden bis zum Bodensee im Süden, von Beuron im Westen bis Isny im Osten.

SERBINT, 2019, Hofgarten Schloss Messkirch © VG Bild-Kunst, Bonn 2019. Foto Ursula Schäfer-Zerbst

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Unsterblich! Alte Kunst aus neuen Händen in der Kunsthalle Tübingen

Während seiner Lehrjahre in Italien, dem Kunstland seiner Zeit, kopierte Peter Paul Rubens in sein Skizzenbuch einzelne Gliedmaßen von Figuren aus Meisterwerken seiner Lehrer. Zuhause fügte er diese dann in seine eigenen Gemälde ein, wobei die Übernahmen sich in perfekte Rubensgemälde verwandelten. Man hätte das mit dem neuen Begriff „Appropriation Art“ bezeichnen können, Aneignungskunst. Als Plagiat galt derlei damals nicht, eher als ehrfürchtige Verneigung vor den Meistern. Heute sind solche „Anleihen“ zu einem eigenen Trend in der zeitgenössischen Kunst geworden. Die Kunsthalle Tübingen zeigt das Comeback der großen alten Meister in der Kunst von heute.

José Manuel Ballester, Primavera, 2015. Foto: José Manuel Ballester

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