Archiv für den Monat: Oktober 2019

Farbe aus der Steckdose. Lichtkunst von Daniel Hausig im Museum Ritter

Licht als solches ist, entgegen landläufiger Vorstellung, nicht sichtbar, denn es ist reine Energie. Wenn wir den „Lichtschalter“ betätigen, so sagen wir, wir machten Licht, doch diese Formulierung ist falsch, denn wir veranlassen lediglich, dass Strom in einen Leuchtkörper fließt, der dort Helligkeit erzeugt. Für die Künstler war das Phänomen Licht seit Beginn des 20. Jahrhunderts ein besonderes Faszinosum. Schon 1930 entwickelte László Moholy-Nagy einen Apparat, der an verschiedenen Stellen Licht aufleuchten ließ, Mario Merz schrieb mit Lichtröhren Buchstaben in die Luft, und James Turrell erzeugte ganze Lichträume, in denen einem schwummrig werden kann. Daniel Hausig dagegen „malt“ mit Licht und bringt den Betrachter mit seinen Installationen zur Reflexion über seinen Umgang damit, wie eine Ausstellung im Museum Ritter zeigt.

Wetterleuchten, 2019 © VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Daniel Hausig

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Greiforgan und Sinnbild – die Hand in der Kunst der Gegenwart

Sie ist ein Wunderwerk – die Hand des Menschen und seines engsten Verwandten, des Primaten. Sie setzt sich aus siebenundzwanzig Knochen zusammen, in beiden Händen befindet sich somit ein Viertel aller im menschlichen Körper, sie verfügt als einzige über einen opponierenden Daumen, der sie zur Greifhand prädestiniert – und entsprechend hoch ist ihr Ansehen. Als Werkzeug aller Werkzeuge lobte Aristoteles sie, als sichtbaren Teil des Gehirns pries Immanuel Kant sie, wie man im vorzüglichen Katalog zu einer Ausstellung von Barbara Renftle in Biberach lesen kann, die aufzeigt, welchen Stellenwert die Hand in der Kunst von heute hat.

Ingeborg Wissel, Skeletthand mit Ehering, 2014 (Detail)

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