Archiv für den Monat: März 2022

Zwischen Augenblick und Ewigkeit – die Zeit im Kunstmuseum Reutlingen / konkret

Einszweidrei im Sauseschritt läuft die Zeit, wir laufen mit“ befand Wilhelm Busch pessimistisch. Ein ähnliches Gefühl mag man bei Goethes Faust vermuten, wenn er dem Augenblick ein „Verweile doch“ zurufen möchte. Die Zeit, die wir als flüchtige Gegenwart zwischen Vergangenheit und Zukunft erleben, war immer wieder Thema der bildenden Kunst, sei es als Stillleben, das die Franzosen treffend „nature morte – tote Natur“ nennen, sei es als flüchtiger Sinneseindruck, den die Impressionisten festzuhalten versuchten. Das Kunstmuseum Reutlingen / konkret zeigt, was Künstler von heute mit diesem Phänomen anfangen: Vom Verrinnen. Zeitkonzepte der Gegenwartskunst.

Inge Dick, blau, unendlich, 28.6.2010, 4:05–20:06 Uhr (2018) Foto: H.Simschek © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.

Weiterlesen

Neue Dimensionen für eine alte Kunst: Der Holzschneider Frans Masereel im Kunstmuseum Reutlingen

Hatten Künstler wie Dürer oder Cranach dem Holzschnitt zu künstlerischer Blüte verholfen, diente er im Bauernkrieg vor allem als politisches Informations- und Agitationsmedium. Danach geriet er eher ins Hintertreffen, bis die Expressionisten seine Schwarz-Weiß-Kontraste und seine formale Konzentration auf das Essenzielle entdeckten. Der Belgier Frans Masereel griff beide Traditionen auf und wurde zum Erneuerer dieser Kunst – ein viel zu geringes Lob, wie jetzt eine große Retrospektive im Kunstmuseum Reutlingen zeigt.

Idées noires (Dunkle Gedanken), 1929 © VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Weiterlesen