Verankert in der deutschen Tradition. Der Dirigent Dan Ettinger

Ein neuer Chefdirigent bei den Stuttgarter Philharmonikern war dringend notwendig, denn der vorherige – Gabriel Feltz – hatte das Orchester bereits 2013 verlassen. Der neue muss nicht weit anreisen, er war bisher Generalmusikdirektor am Nationaltheater in Mannheim – Dan Ettinger. Der 44jährige stammt aus Israel, studierte unter anderem bei Daniel Barenboim und zählt zu den begehrtesten jungen Dirigenten unserer Zeit: Regelmäßig ist er Gast an den Opern von München, Berlin, leitete lange Jahre Sinfonieorchester in Israel und Tokio.

Dan Ettinger dirigiert die Stuttgarter Philharmoniker in der Liederhalle am 04.10.0214 in Stuttgart. Foto: Thomas Niedermueller / niedermueller.de

Dan Ettinger dirigiert die Stuttgarter Philharmoniker in der Liederhalle am 04.10.0214 in Stuttgart.
Foto: Thomas Niedermueller / niedermueller.de

Auf seiner neuesten Doppel-CD dirigiert Dan Ettinger Richard Wagners „Ring des Nibelungen“. Er kennt ihn gut, er hat ihn am Nationaltheater in Mannheim oft dirigiert. Auf der CD aber interpretiert er ihn sinfonisch, ohne Gesang. Dass er sich derart für Wagner einsetzt, ist keine Selbstverständlichkeit, denn er ist Jude, gebürtiger Israeli und einer seiner Großväter kam im Holocaust ums Leben. Dennoch ist ihm Wagner wichtig – als Musiker!

Ettinger hätte gut und gerne auch auf der Opernbühne Erfolg haben können, denn ehe er dirigieren lernte, hatte er sich zum Sänger ausbilden lassen und zehn Jahre als lyrischer Bariton gewirkt.

 

Der große Klang, wie er ihn bei Wagner entfaltet, ist ihm nicht unsympathisch, er hat als Assistent bei Daniel Barenboim gearbeitet – und damit sieht er sich in einer ganz bestimmten Linie: weniger in der eines Arturo Toscanini, vielmehr in der deutschen Dirigiertradition.

Ettinger ist ein viel beschäftigter Dirigent. Lange Jahre leitete er nebeneinander her das Israel Symphony Orchestra, das Tokyo Philharmonic Orchestra und das Orchester des Mannheimer Nationaltheaters. Daneben Gastdirigate an den Opern in München, Berlin und New York – das heißt viel reisen.

 

 

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