Archiv der Kategorie: Kunst

Der Reiz der Pferdestärken: „Autokunst“ im Museum Art.Plus

Je sportlicher, desto besser, je schneller, desto faszinierender – es gilt als der Deutschen liebstes Kind, das Auto, zumindest der männlichen Geschlechts. Stromliniendesign, Metalliclacke, die Vorstellung rasanter Fahrten, Geschwindigkeiten, die an Blitze denken lassen, dazu kräftig aufheulende Motoren, kurz bevor die Wagen dann losdonnern – es sind Klischees, aber durchaus mit realem Hintergrund. „Vollgas“ lautete der Titel einer Ausstellung im Museum Art.Plus in Donaueschingen; jetzt folgte gewissermaßen die Fortsetzung: „Durchstarten“.

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Zwischen Harmonie und Entzweiung: Liebespaare bei HAP Grieshaber

Es gibt viele Aspekte, die sich mit dem Namen HAP Grieshaber verbinden lassen. Der gelernte Schriftsetzer war ein Erneuerer des Holzschnitts im 20. Jahrhundert, ein erbitterter Gegner totalitärer Systeme, ein Kämpfer für die Freiheit und für den kleinen Mann. Das Kunstmuseum Reutlingen, das neben der Staatsgalerie Stuttgart über den größten Bestand an Werken von Grieshaber verfügt, zeigt nun eine weitere Facette, die sich durch sein Schaffen zieht – das Verhältnis zwischen Mann und Frau: Liebespaare.

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Seelenverwandt – Ralph Fleck und ehemalige SchülerInnen in der Galerie Schlichtenmaier in Dätzingen

Schlachtet den Vater“ rief 1969 HAP Grieshaber auf und ließ in einer legendären Aktion im Stuttgarter Kunstgebäude vier seiner großformatigen Kohlezeichnungen von Walther Stöhrer, einem seiner Schüler an der Karlsruher Kunstakademie, übermalen. Ein Motiv zu dieser Aufforderung war sein pädagogisches Ziel, nicht Epigonen seiner Kunst heranzuziehen, sondern in seinen Schülern deren Kreativität zu fördern. Dieses Ziel verfolgte auch Ralph Fleck, von 2003 bis 2014 Professor an der Nürnberger Kunstakademie. Dass dabei trotz unterschiedlicher Künstlerpersönlichkeiten doch so etwas wie eine künstlerische Kameradschaft entstand, zeigt jetzt eine Ausstellung in der Galerie Schlichtenmaier in Dätzingen.

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Realismus heute? Die Städtische Galerie Fähre in Bad Saulgau zeigt neue „Spielarten“

Am Maler Zeuxis rühmte man im antiken Athen, er habe Weintrauben so naturgetreu porträtieren können, dass Vögel herbeigeflogen kamen, um an ihnen zu picken. Diese Kunst der realistischen Malerei erlebte in der Neuzeit im 17. Jahrhundert in den Niederlanden einen Höhepunkt, als Maler Blumen, Früchte und tote Tiere perfekt auf ihren Silllebenbildern wiedergaben. Mit der Erfindung und Vollendung der Fotografie war jedoch in der Kunst die naturgetreue Wiedergabe als Endzweck obsolet geworden. Eine Ausstellung in der Galerie „Fähre“ in Bad Saulgau zeigt jetzt, dass sie auch im 21. Jahrhundert Künstler reizt, wenn auch nicht als Hauptziel ihrer Malerei.

Tibor Pogonyi, Reflexion. Foto: U. Schäfer-Zerbst

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Auflösung von Gegensätzen: Das künstlerische Schaffen von Peter Weber

Die verschiedensten Gegensätze ziehen sich seit Jahrhunderten durch die Kunstgeschichte: der Gegensatz von Vorder- und Hintergrund, von Künstler und Betrachter, von aktivem und passivem Kunstgenuss, von Zwei – oder Dreidimensionalität, Statik oder Bewegung. Im Werk von Peter Weber scheinen diese Gegensätze zum Teil sogar gehäuft auf und auf geradezu spielerische Weise miteinander versöhnt, wie jetzt eine Retrospektive im Museum Ritter zeigt und schon in Untertitel andeutet: „Struktur und Wandel“.

Ohne Titel / Untitled,1968 © VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Foto: Horst Simschek

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Vom Abbild zum autonomen Kunstwerk: Die menschliche Figur im 20. Jahrhundert im Kunstmuseum Albstadt

In einem Jahrhundert, in dem ein Kasimir Malewitsch ein schwarzes Quadrat zur Kunstikone machte, in dem die konkrete Kunst propagierte, es gebe nur die Linie, die Fläche und die Farbe, und die seien nur das, was sie sind, nicht Mittel zum Zweck einer Darstellung, dürfte die menschliche Figur, die neben der Landschaft und dem Stillleben jahrhundertelang die bildende Kunst geprägt hatte, keinen Platz mehr haben. Doch weit gefehlt, wie eine Ausstellung im Kunstmuseum Albstadt zeigt. Die Figur behauptete sich, wenn auch unter neuen Voraussetzungen.

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Zwischen Augenblick und Ewigkeit – die Zeit im Kunstmuseum Reutlingen / konkret

Einszweidrei im Sauseschritt läuft die Zeit, wir laufen mit“ befand Wilhelm Busch pessimistisch. Ein ähnliches Gefühl mag man bei Goethes Faust vermuten, wenn er dem Augenblick ein „Verweile doch“ zurufen möchte. Die Zeit, die wir als flüchtige Gegenwart zwischen Vergangenheit und Zukunft erleben, war immer wieder Thema der bildenden Kunst, sei es als Stillleben, das die Franzosen treffend „nature morte – tote Natur“ nennen, sei es als flüchtiger Sinneseindruck, den die Impressionisten festzuhalten versuchten. Das Kunstmuseum Reutlingen / konkret zeigt, was Künstler von heute mit diesem Phänomen anfangen: Vom Verrinnen. Zeitkonzepte der Gegenwartskunst.

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Neue Dimensionen für eine alte Kunst: Der Holzschneider Frans Masereel im Kunstmuseum Reutlingen

Hatten Künstler wie Dürer oder Cranach dem Holzschnitt zu künstlerischer Blüte verholfen, diente er im Bauernkrieg vor allem als politisches Informations- und Agitationsmedium. Danach geriet er eher ins Hintertreffen, bis die Expressionisten seine Schwarz-Weiß-Kontraste und seine formale Konzentration auf das Essenzielle entdeckten. Der Belgier Frans Masereel griff beide Traditionen auf und wurde zum Erneuerer dieser Kunst – ein viel zu geringes Lob, wie jetzt eine große Retrospektive im Kunstmuseum Reutlingen zeigt. Weiterlesen

West-östliche Synthese. Japonismus heute in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen

1854 erzwangen die Amerikaner die Öffnung Japans, das sich dem Ausland jahrhundertelang verweigert hatte. So gelangten westliche Waren nach Japan, für die europäische Kunst viel wichtiger aber war, dass japanische Holzschnitte in den Westen gelangten und eine Begeisterungswelle auslösten. Manet, van Gogh, Gauguin, um nur einige zu nennen, ließen sich inspirieren. Die Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen zeigt jetzt, dass die japanische Welt auch noch heute begeistert: Japonismus 2.0.

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Von der Geometrie der Wirklichkeit: Paul Uwe Dreyer im Kunstmuseum Stuttgart

Linie, Farbe und Fläche, so meinte Theo van Doesburg 1930, sei das Konkreteste, das man sich optisch vorstellen könne, und es reiche auch aus: Die Konkrete Kunst war begründet, eine Kunst, deren Ausdrucksmittel dem Betrachter zwar bekannt sind, aber alles andere als vom Alltag her vertraut, denn diese Kunst verzichtet auf jegliche Abbildung einer gegenständlichen Realität. Auf den ersten Blick ist man geneigt, den langjährigen Stuttgarter Akademiedirektor Paul Uwe Dreyer ganz dieser Kunstrichtung zuzuordnen, doch dieser Eindruck trügt, wie eine Ausstellung im Kunstmuseum Stuttgart zeigt.

Der Gruß an Mr. Chippendale, um 1966. Foto: Martin Frischauf © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

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